Der Return on Investment beim betrieblichen Gesundheitsmanagement

 

BGM – nur ein nice-to-have?

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist in aller Munde. Immer mehr Unternehmen führen es erfolgreich ein und für Unternehmer scheint kein Weg mehr daran vorbeizuführen, sich für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter einzusetzen.

 

Doch was lässt sich überhaupt über die Wirksamkeit eines betrieblichen Gesundheitsmanagements sagen? Vielleicht denken Sie darüber nach, stärker in die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter zu investieren, fragen sich jedoch, was Ihr Unternehmen überhaupt davon hat – insbesondere in finanzieller Hinsicht.

 

Möglicherweise gibt es in Ihrem Unternehmen bereits Maßnahmen zur Förderung der Gesundheit Ihrer Mitarbeiter durch, Sie wissen jedoch nicht, ob sie Wirkung erzielen. Können Sie sich sicher sein, dass es da draußen nicht vielleicht Maßnahmen gibt, die Ihrem Unternehmen mehr bringen und dabei weniger kosten?

 

Zu diesem Thema lässt sich mittlerweile sehr viel sagen. Es sind bereits zahlreiche Studien zur Wirksamkeit eines betrieblichen Gesundheitsmanagements durchgeführt worden. Es werden jedoch viele Weitere benötigt, um alle Aspekte des betrieblichen Gesundheitsmanagements zu beleuchten.

 

Doch bereits heute haben wir wissenschaftlich fundierte Ergebnisse, die dafürsprechen, dass BGM schon lange kein nice-to-have mehr ist:

 

Return on Investment

 

„Die Deutsche Volkswirtschaft verliert jährlich rund 225 Milliarden Euro durch kranke Arbeitnehmer. So das Ergebnis einer Studie von Booz & Company. „Nach der Analyse zahlt sich jeder Euro, der in betriebliche Prävention investiert wird, für die Volkswirtschaft mit fünf bis 16 Euro aus.“

 

BGM lohnt sich. Und zwar nicht nur für die Volkswirtschaft, sondern auch für einzelne Unternehmen. Zu diesem Ergebnis kommt der iga.Report 28 der Initiative Gesundheit und Arbeit aus dem Jahr 2015. Demnach führen kluge Investitionen ins BGM durchschnittlich zu einem Return on Investment (ROI) von 1:2,7.

 

„Daten aus mehr als 2.400 Studien zeigen: Die krankheits­bedingten Fehlzeiten sinken um durchschnittlich ein Viertel.“

 

Die oben zitierte Studie von Booz & Company führt weiter fort:

 

„Nach Aldana (2001) liegt die Bandbreite des Return on Investment (ROI) zwischen 5,3 und 16 USD pro eingesetzten Dollar. […] Eine Meta-Analyse von Chapman (2005) aus 56 Studien ergibt einen durchschnittlichen ROI von 1:5,8. Bei Fokussierung auf 23 Studien mit zuverlässigen, validen Erhebungsmethoden (O‘Donnell 2005) beträgt der durchschnittliche ROI 1:5.

 

Über den deutschen Chemiekonzern berichten sie, dass „sich das betriebsinterne Programm zur Darmkrebsvorsorge mit einem Return on Investment von 1:10 aus.“. Hier zeigt sich, wie wirksam eine einzelne Maßnahme sein kann, wenn sie gut gewählt wird.

 

 

Auch die gesetzlichen Krankenkassen berichten von positiven Case Studies. Hier ein Auszug aus „Das macht sich bezahlt“ der AOK:

Hostmann-Steinberg GmbH

„Lohnendes Investment. Das Konzept geht auf. Im ländlichen Umkreis hat sich schnell herumgesprochen, dass Hostmann-Steinberg ein attraktiver Arbeitgeber ist.

[…]Die Fluktuation qualifizierter Mitarbeiter ist sehr niedrig und der Krankenstand bei einem Durchschnittsalter der Belegschaft von 42 Jahren schon seit Jahren auf niedrigerem Niveau als im Industriedurchschnitt. Allein 2009 konnte das Unternehmen eine Einsparung von 160.000 Euro bei den Beiträgen für die Berufsgenossenschaft verbuchen, weil es keine Arbeitsunfälle gab.“

Plauener Straßenbahn GmbH

„Insgesamt haben die verschiedenen Maßnahmen das Betriebsklima bereits deutlich verbessert“, resümiert Karsten Treiber. Das zeige sich auch an einem gesunkenen Krankenstand im Betrieb.

Salzgitter Mannesmann Line Pipe GmbH

„[…]Und auch finanziell macht sich das Engagement des Betriebs bezahlt. Werksleiter Schneider geht davon aus, dass das Unternehmen durch das BGM etwa drei bis fünf Prozent an Lohnfortzahlungskosten spart – das entspricht jährlich rund 300.000 Euro.“

 

 

Die folgende Beispielrechnung zeigt Ihnen, wie der ROI in einem Unternehmen mit 1000 MA nach einem Jahr BGM aussehen kann:

 

Was hat das mit Ihrem Unternehmen zu tun?

 

Eins ist klar. Nur weil Studien einen positiven ROI belegen, heißt es noch lange nicht, dass Ihre Investitionen in die Gesundheit Ihrer Beschäftigten gleichermaßen Früchte tragen. Selbstverständlich sind die Ergebnisse von Branche zu Branche und von Unternehmen zu Unternehmen verschieden.

 

Die Studienergebnisse zeigen eben auch, dass nicht jede Maßnahme zur betrieblichen Gesundheitsförderung wirklich effektiv ist.

 

Für die Wirksamkeit vieler Maßnahmen gibt es nur geringe oder überhaupt keinen Beleg.

 

Gerade deshalb ist es so wichtig, betriebliches Gesundheitsmanagement als ein kennzahlenbasiertes System fest ins Unternehmen zu integrieren und Ihren Mitarbeitern nicht willkürlich Maßnahmen aufzuzwingen.

 

Damit erreichen Sie niemals die gewünschten Effekte.

 

Vielmehr sollten Sie stets wissen, welche Maßnahmen sich Ihre Mitarbeiter wünschen und sie in die Konzeption miteinbeziehen. Evaluieren Sie die Maßnahmen, für die Sie sich im Team entscheiden, regelmäßig. Dann gehen Sie die richtigen Schritte hin zu einem erfolgreichen BGM.

 

Und das ist wichtig, denn…

 

Der Krankenstand ist nur die Spitze des Eisbergs

 

ROI Berechnungen erfolgen häufig auf der Grundlage, dass der Krankenstand gleichbleibt, auch wenn nicht in die Gesundheit der Mitarbeiter investiert wird.

 

Nun wäre es aber durchaus realistisch zu vermuten, dass ein bisher steigender Krankenstand auch weiterhin ansteigt (wie es zum Beispiel im Fall der psychischen Erkrankungen so ist). Berücksichtigt man diese Tendenz, wird der ROI bisher eher unter- als überschätzt.

 

Doch auch unabhängig vom Krankenstand werden beim ROI nicht einmal alle positiven Effekte eines bGM betrachtet. Einige lassen sich eben gar nicht oder nur schwer mit harten Zahlen belegen.

 

Wenn ein Mitarbeiter krank wird und deshalb nicht zur Arbeit erscheint, kostet Sie das Geld in Form von Lohnfortzahlungen und weil Sie vielleicht jemand anderen für die Arbeit einsetzen müssen oder Aufträge nicht fristgerecht ausgeführt werden.

 

Das ist klar.

 

Doch viele Unternehmen ermutigen Ihre Mitarbeiter dazu, zur Arbeit zu kommen, auch wenn sie krank sind.

 

Die Rede ist dann von Präsentismus – ein wichtiger Punkt, der häufig außer Acht gelassen wird. Denn was viele nicht wissen, Studien aber belegen:

 

Wenn Ihre Mitarbeiter krank zur Arbeit erscheinen, kostet es das Unternehmen mehr, als wenn sie zuhause bleiben. Sie sind einfach nicht in der Lage, ihre volle Leistung abzurufen und stecken im schlimmsten Fall noch Kollegen an.

 

Auch zu diesem Thema schrieben Booz & Company: „Den erheblich höheren Posten verursacht Präsentismus: Er lässt sich in einer näherungsweisen Rechnung auf 2.399 Euro pro Kopf und Jahr beziffern und steigert für den Arbeitgeber die krankheitsbedingten Kosten auf 3.591 Euro jährlich pro Arbeitnehmer.“

 

Denken Sie beim Thema Präsentismus nicht nur an die Grippe oder Erkältung.

 

Gerade bei psychischen Erkrankungen wie einer Depression oder einem Burnout nimmt die Leistungsfähigkeit Ihrer Mitarbeiter drastisch ab. Und das sollten Sie berücksichtigen, denn psychische Erkrankungen nehmen zu und kosten viel.

 

Die Zahl der psychischen Erkrankungen nimmt seit 2006 kontinuierlich zu.

 

Dies ist insbesondere deshalb problematisch, weil sie durchschnittlich den längsten Arbeitsausfall mit sich ziehen.

 

Mit anderen Worten, sie sind teuer.

 

 

Die besten Fachkräfte für ein attraktives, kreatives und zukunftsfähiges Unternehmen

 

Ihre besten Mitarbeiter sind großen Herausforderungen ausgesetzt.

 

Dazu gehören die steigende Aufgabenmenge und Aufgabenkomplexität, permanente Veränderungen, Ablenkungen am Arbeitsplatz und die dauerhafte Erreichbarkeit. Aus diesen Gründen wünschen sie sich mittlerweile nicht mehr nur ein angemessenes Gehalt, sondern:

 

1. Wertschätzung auf der Arbeit
2. Ein gutes Verhältnis zu ihren Kollegen
3. Eine gute Work-Life Balance
4. Ein gutes Verhältnis zu den Vorgesetzten

 

„Ein professionelles Gesundheitsmanagement kann maßgeblich dazu beitragen, dass Bewerber und Mitarbeiter Unternehmen als attraktive Arbeitgeber wahrnehmen. Für 72% der Befragten besitzt die betriebliche Vorsorge einen starken oder sehr starken Einfluss im Wettbewerb um Arbeitskräfte.“ (Booz & Company)

 

Durch ein erfolgreiches BGM schaffen Sie ein attraktives und gesundes Arbeitsumfeld für Ihre aktuellen Leistungsträger und für all die Fachkräfte, die Sie suchen.

 

„Rund 60% der Mitarbeitenden erachten betriebliche Gesundheitsförderung als einen wichtigen Grund, den Arbeitgeber nicht zu verlassen.“ (Quelle) Sie senken Ihre Mitarbeiterfluktuation und die damit einhergehenden Kosten.

 

Sie erhöhen die Attraktivität des Unternehmens nicht nur für Mitarbeiter, sondern auch für Kooperationspartner und für Kunden.

 

Nebenbei werden Sie Ihrer sozialen Verantwortung gegenüber Personal und Umwelt gerecht.

 

Warum also sollten Sie in ein betriebliches Gesundheitsmanagement investieren?

 

Investieren Sie in ein BGM, wenn…

  • Ihr Unternehmen, Ihre Abteilung oder Ihr Team unter einem hohen Krankenstand leidet.
  • Sie Schwierigkeiten haben, gute Fachkräfte zu akquirieren oder absehen können, dass es in Zukunft schwieriger werden wird.
  • Sie sich die Frage stellen, was Sie für Ihre Leistungsträger tun können, damit diese Ihnen langfristig erhalten bleiben.
  • Im Unternehmen zwischen Führungskräften und Mitarbeitern ein schlechtes Klima herrscht.
  • Wenn Sie bereits Maßnahmen zur Gesundheitsförderung Ihrer Mitarbeiter durchführen, aber mit den Ergebnissen nicht zufrieden sind oder Ihre Mitarbeiter nicht im gewünschten Maße dran teilnehmen.
  • Sie dazu beitragen wollen, dass Ihr Unternehmen zukunftsfähig bleibt.

 

Was ist BGM?

 

Prinzipiell geht es beim betrieblichen Gesundheitsmanagement um das Wohlergehen Ihrer (besten) Mitarbeiter.

 

BGM ist nicht der Rückenkurs, die Massage oder die Laufgruppe.

 

BGM ist als fester Bestandteil Ihrer Unternehmensstrategie zu verstehen und steuert alle Abläufe, die sich mit dem Wohlergehen und der Produktivität von Führungskräften und Mitarbeitern befassen.

 

Dazu gehört zwar auch die Auswahl der richtigen Gesundheitskurse, aber eben noch viel mehr.

 

Betriebliches Gesundheitsmanagement schafft eine gesunde und die Leistungsfähigkeit fördernde Unternehmenskultur.

 

BGM bedeutet zu verstehen, dass Arbeitskräfte nur dann ihre volle Leistung erbringen können, wenn sie gesund sind und sich wohlfühlen.

 

Es sorgt dafür, dass im Unternehmen wichtige Probleme und Sorgen offen angesprochen werden und Maßnahmen getroffen werden.

 

BGM optimiert Arbeitsabläufe und Arbeitsbedingungen.

 

BGM bedeutet die richtigen Mitarbeiter einzustellen und ihnen die für sie richtige Aufgabe zuzuteilen.

 

Es bedeutet, Führungskräfte und Mitarbeiter so zu schulen, dass eine gesunde Kommunikationskultur und Verhältnis entsteht.

 

Durch ein BGM stellen Sie Ihr Unternehmen so auf, dass es die Gesundheit der Mitarbeiter heute und morgen ernst nimmt.

 

 

Was ist das Fazit?

 

„BGF und BGM machen sich bezahlt durch die Senkung von Lohnfort­zahlungs­kosten, eine erhöhte Produktivität und Qualität sowie deutlich erhöhte Mitarbeiter-, aber ins­besondere auch Kunden­zufriedenheit.“ (iga.Report 28)

 

Um diesen Zielen näher zu kommen, benötigen Sie ein System, das Sie kennzahlenbasiert Schritt für Schritt dahinführt. Auf welche Kennzahlen es bei Ihnen ankommt, hängt von Ihrem Unternehmen und der Situation ab.

 

Gesundheitsmanagement steht und fällt mit der Bereitschaft der Unternehmensführung, das Thema anzunehmen und mit Vorbildfunktion anzugehen. Ihre Führungskräfte sollten ein Verständnis von moderner und gesunder Führung entwickeln und bereit sein, eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur zu fördern.

 

Dadurch entsteht ein attraktives Arbeitsumfeld, in dem eine Kultur der Förderung und Wertschätzung herrscht und in dem Ihre Mitarbeiter gerne für Ihr Unternehmen alles geben. Der unternehmerische und wirtschaftliche Nutzen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements lässt sich demnach nur bejahen.

 

Mit besten Grüßen
Tim Grove
CEO Nutrain

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